Archäologische Funde

Hügelgräber

Eine Kette von Hügelgräbern zieht sich aus der Gegend Overring durch die Flure Kreienberg, Bornkamp, Düvelsaal bishin nach dem Poggenberg bei Haberloh. Besonders im Düversaal liegende Grabhügel an alten Hohlwegen. Die Wegspuren des Hohlweges in unserem Gebiet sind Teile des alten Heerweges Verden–Stade (Harburg).

In den Akten des Landkreises Verden heißt es, daß 1898 ein Grabhügel am Südhang des Kreienberges abgetragen und dabei ein Bronzedolch gefunden wurde. Der Finder, der damalige Grundstückseigentümer H. Lange (Harms), gab den Dolch an das Völkerkunde Museum Berlin ab. Der gleiche Besitzer fand 1899 in einem benachbarten Grabhügel von 30 Meter eine regelrechte Steinkammer mit riesigem Deckstein. Die zerspaltenen Steine lieferten zusammen 18 cbm Schotter; der Grabhügel ist heute noch vorhanden.

In einem weiteren Grabhügel wurden vor Jahrzehnten nach Auskunft von Heinrich Müller sen. ( + ) ein Bronzedolch bzw. Kurzschwert und eine Bronzeschere gefunden. Offenbar sind auch diese Gegenstände nach Berlin gelangt. Eine Fundliste des Museums für Früh- und Vorgeschichte deutet darauf hin. Da der originale Museumseingangskatalog mit seinen näheren Angaben während des Krieges verbrannt ist, lassen sich genaue Angaben heute nicht mehr feststellen. Eine weitere mutmaßliche Steinkammer befindet sich im Jagen 80 der Spanger Forst. Hier wurden bei einem Tiefeinbruch 1959 mehrere große Steinplatten freigelegt.

(Quelle: Lit. -2 Urgeschichte des Kreises Verden Teil II, von Dr. Schünemann, Heimatkalender 2003)

Das Megalithgrab

Archäologische Funde auf Völkerser Gebiet.

Ausgrabungen und Funde, insbesondere im Düvelshagener Gebiet, geben uns heute Aufschluß darüber, daß auch hier bereits in der Jungsteinzeit (4.000 – 1.650 vor Chr.) Menschen gelebt und gewirkt haben.

Griechisch: Gräber aus großen Steinen – volkstümlich auch Hünengrab, Bulzenbett aus großen Blöcken oder Platten errichtet, genannt.

Im Jahre 1930 kartierten Archäologen in einem angetrichtertenHügel von 19: 16,5 Meter Durchmesser im Düversaal (Trig. 53,5) einen aufrechtstehenden Findling, den sie als Abschlußstein einer Steinkammer ansahen. Die Steinkammer war damals aber offensichtlich schon seit mehreren Jahren zerstört. 1934 wurde dieses von Heide und Kiefern bewachsene Gebiet urbar gemacht, der Hügel wurde dabei überpflügt und planiert. Der Findling wurde 1937 umgestürzt und vergraben.

1970 konnte die Grabstelle anhand von Unterlagen des Amtes für Bodendenkmalpflege Hannover wieder neu entdeckt werden. Granitsplitter kennzeichnen den Lagerplatz.

Im Herbst 1971 führte die Urgeschichtliche Arbeitsgemeinschaft Verden unter der Leitung von Dr. Schünemann umfangreiche Ausgrabungen durch. Dabei gelang es, den Grundriß der Steinkammer zu erschließen und reichhaltige Funde zu bergen. Freigelegt werden konnte auch der 1937 vergrabene aufrechtstehender Kammerabschlußstein. Der Findling hat ein Ausmaß von 1,90 x 1,70 x 0,77 Meter und wiegt über 3 Tonnen.

Südlich des Findlings befand sich die obere Schicht der Kammerpflasterung aus kleingeschlagenen Granitstücken. In dieser Schicht lagen verstreut Scherben eines verzierten Bechers der Einzelgrabkultur, eine Handvoll nicht kalzinierter Knochen und zwei querschneidige Pfeilspitzen. In der unteren Pflasterschicht, die aus faust- und kopfgroßen Steinen bestand, wurde ein 10,8 cm langes Flintrechteckbeil der Einzelgrabkultur gefunden.

Bei den Ausgrabungen wurden ca. 50 Meter nordöstlich der Steinkammer eine Vielzahl an Scherben entdeckt: Scherben eines Deckschalenhenkels, darin ein ca. 3 cm langer Bronzepfriem. Scherben – Randstück mit Henkelansatz von Deckschale. Terrine – H. 24 cm. Dm 24,4 cm. Umgeben von
Scherben eines Gesäßes mit Rille. Diese Funde, einschließlich des Flintbeiles, befinden sich heute im Museum Verden.